Beratung: Gleichstellung meets Antidiskriminierung

 

Das GenderKompetenzZentrum bietet Unterstützung für Veränderungsprozesse durch Analyse, Beratung und Umsetzungshilfen im Sinne einer erweiterten Gleichstellungspolitik. Unsere Arbeit orientiert sich zum einen an den Anforderungen des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG) und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG). Zum andern bezieht sie neuere Debatten zu Gender- und Diversity-Mainstreaming mit ein. Prinzip unserer Arbeit ist es, verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung geschlechtergerechter und gleichstellungsorientierter Ziele aufzuzeigen und die Vor- und Nachteile von z. B. Quotenregelungen, freiwilliger Selbstverpflichtung, Mainstreaming-Strategien, Fachbeauftragten, Leitungsverantwortung oder Gender Budgeting abzuwägen. Bei der Entwicklung und institutionellen Umsetzung von Gleichstellungsmaßnahmen ist es unser Ziel, spezifische, für die jeweilige Organisation passende Lösungen zu finden. Grundlage hierfür ist ein gemeinsamer Diskussionsprozess.

 

....und unsere erweiterte Perspektive

 

Im politischen Feld sind wir an der konzeptionellen Weiterentwicklung von Gleichstellungs- und Antidiskriminierungspolitik interessiert. Unsere Arbeit verknüpft beide Ansätze und bindet das von uns entwickelte Queerversity-Konzept ein. Traditionell ist Gleichstellungspolitik (auch im Rahmen der EU) an arbeitsmarktpolitischen Themen ausgerichtet. In Verbindung mit den europäischen Antidiskriminierungs-Richtlinien kann sie jedoch zu einem wichtigen Instrument werden, um weiter gehende Veränderungen in Institutionen und Organisationen herbeizuführen. So verstandene Gleichstellungspolitik zielt nicht auf die bloße Gleichstellung der Geschlechter Mann und Frau, sondern auf komplexe gesellschaftliche Ungleichheitsverhältnisse und Hierarchiebildungen. Siehe hierzu auch Antke Engels Text zu „Lust auf Komplexität“.

 

Repräsentationskritik: Sprache und Bilder

 

Eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache und Bildern der medialen und politischen Öffentlichkeit ist wichtig, um Diskriminierungen abzubauen und Gleichstellung zu fördern. Von Stellenausschreibungen über Pressetexte und Fotografien bis zu Websites gibt es zahlreiches Material, das zu Kritik und Neubearbeitung einlädt. Ziel ist es, Sensibilität und Kriterien für geschlechtergerechte und antidiskriminatorische Darstellungsweisen zu entwickeln.

 

Forschung: kultur- und sozialwissenschaftlich

 

Verschiedene unserer Mitarbeiter_innen sind wissenschaftlich tätig. Sie haben spezifische Forschungsschwerpunkte, arbeiten an eigenen Projekten, sind aber auch interessiert an Projektbeteiligungen und Forschungsaufträgen in ihrem jeweiligen Feld. Momentan wird beispielsweise zu Neuformierungen des Politischen, dem Zusammenspiel von Rassismus und Heteronormativität, queerer visueller Kultur, Gesundheitspolitik und den Konstruktionen von Körpern im Sport geforscht.